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Die Welt der Emotionen und Gefühle: Ein Blick auf unser inneres Erleben

Aktualisiert: 28. Mai

Kleine, übereinandergestapelte Steine auf denen ein nostalgischer Schlüssel liegt.

Emotionen und Gefühle sind zentrale Aspekte des menschlichen Erlebens und Verhaltens. Sie beeinflussen unsere Entscheidungen, Interaktionen und unser allgemeines Wohlbefinden. Obwohl die Begriffe oft synonym verwendet werden, gibt es feine Unterschiede zwischen ihnen. Mit diesem Artikel möchte ich mich an das Thema annähern und erste Ideen mitgeben, welche Unterschiede es gibt und beleuchten, wie Emotionen und Gefühle unser Leben beeinflussen.


Als Inspiration stelle ich hier zum Einen ein Video von 'studyflix' ein, das den Unterschied auch grafisch darstellt. Zum Anderen verlinke ich am Ende des Artikels den gemeinsamen Podcast mit meinem Kollegen Moritz Küffner, in dem wir in der 3. Folge das Thema der Emotionen und Gefühle näher betrachten und nochmal näher darauf eingehen, was Trauma und Trauer gemeinsam haben können.


Definitionen und Unterschiede

Bisher gibt es keine eindeutige und allgemeingültige Definition von Emotionen in der Psychologie. Aber die Wissenschaft stützt sich auf sogenannte Arbeitsdefinitionen (= reine Beschreibungen des Phänomens).

Kurz zusammengefasst ist eine Emotion weitreichender und umfassender als ein Gefühl, denn eine Emotion beschreibt einen Prozess, der aus drei wesentlichen Punkten besteht:

  • körperliche Reaktion (bspw. lachen, weinen, erröten, Unwohlsein, Veränderung der Herzfrequenz und Atmung etc.)

  • Denkprozesse (vergleichen, interpretieren und entscheiden)

  • Gefühl (bspw. zufrieden, dankbar, genervt, frustriert).

D.h., Gefühle entstehen, wenn das Gehirn die Reaktionen des Körpers analysiert hat und bewusst wahrnimmt.


Hier ist ein Beispiel zur Verdeutlichung: Margarete isst zum ersten Mal in ihrem Leben Chicorée. Sie findet den Geschmack zu bitter. Es schmeckt ihr nicht und sie empfindet beim Probieren Ekel. Das ist eine Emotion, die sich in drei Schritte aufteilen lässt: körperliche Reaktionen (Verziehen der Mundwinkel, Übelkeit), Denkprozesse (das Erinnern an andere bittere Lebensmittel, die Margarete nicht schmecken) und Gefühle (Ekel und Abneigung gegen Chicorée).


Jetzt gehe ich etwas spezifischer auf Emotionen und Gefühle ein.


Emotionen sind komplexe Reaktionen, die aus physiologischen, verhaltensbezogenen und subjektiven Komponenten bestehen. Sie treten oft als Reaktion auf spezifische Reize auf und sind in der Regel kurzfristig. Paul Ekman arbeitete sieben sogenannte Basisemotionen heraus: Wut, Angst, Ekel, Freude, Trauer, Überraschung und Verachtung. Diese Emotionen sind universell und kulturübergreifend erkennbar. Komplexe Emotionen entstehen durch Kombinationen der grundlegenden Emotionen und können durch soziale und kulturelle Einflüsse geprägt sein - Beispiele sind Stolz, Scham, Schuld und Neid.

Gefühle sind die subjektive Erfahrung und Interpretation von Emotionen. Sie sind durch Selbstreflexion die bewusste Wahrnehmung der körperlichen Veränderungen und der mentalen Zustände, die durch Emotionen ausgelöst werden.


Funktionen von Emotionen

Emotionen haben verschiedene wichtige Funktionen:

  1. Überlebensfunktion: Sie helfen uns, schnell auf Bedrohungen zu reagieren. Zum Beispiel kann Angst eine „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion auslösen.

  2. Kommunikationsfunktion: Emotionen können nonverbal kommuniziert werden, was wichtig für soziale Interaktionen ist. Gesichtsausdrücke und Körpersprache signalisieren unsere Gefühle an andere.

  3. Entscheidungsfindung: Emotionen beeinflussen unbewusst und bewusst unsere Entscheidungen, indem sie uns helfen, Prioritäten zu setzen und die Konsequenzen unserer Handlungen abzuwägen.

  4. Motivation: Emotionen treiben uns an, bestimmte Ziele zu verfolgen. Freude und Zufriedenheit motivieren uns, angenehme Aktivitäten zu wiederholen, während negative Emotionen wie Frustration uns dazu bringen können, Schwierigkeiten zu überwinden.

  5. Soziale Funktion: Emotionen können soziale Bindungen und Kooperation stärken oder schwächen.


Biologische Komponenten

Emotionen sind eng mit spezifischen Gehirnstrukturen und neurochemischen Prozessen verbunden. Das limbische System, insbesondere die Amygdala, spielt eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung von Emotionen. Neurotransmitter wie Dopamin und Serotonin beeinflussen unsere emotionalen Zustände.


Emotionen und kulturelle Unterschiede

Emotionen sind universell, aber ihre Ausdrucksformen und die Bedeutung, die ihnen beigemessen wird, können kulturell variieren. Kulturen beeinflussen, wie Menschen Emotionen wahrnehmen, ausdrücken und regulieren. Zum Beispiel kann der Ausdruck von Wut in einer Kultur als normal und akzeptabel angesehen werden, während er in einer anderen als unangemessen gilt.


Emotionale Intelligenz

Emotionale Intelligenz (EI) bezieht sich auf die Fähigkeit, eigene und fremde Emotionen zu erkennen, zu verstehen und zu regulieren. Sie ist entscheidend für erfolgreiche zwischenmenschliche Beziehungen und umfasst Fähigkeiten wie Empathie, emotionale Regulation und soziale Fähigkeiten.


Emotionen und Gefühle sind fundamentale Aspekte unseres Menschseins, die eng miteinander verbunden sind, aber unterschiedliche Rollen spielen. Emotionen sind schnelle, physiologische Reaktionen auf Reize, während Gefühle die bewusste Interpretation dieser Emotionen darstellen. Das Verständnis dieser Unterschiede kann uns dabei unterstützen, ein tieferes Bewusstsein für unsere innere Welt zu entwickeln, den Raum zwischen Reiz und Reaktion bewusst zu nutzen und damit bewusster und gesünder mit unseren emotionalen Reaktionen umzugehen. Dies kann uns helfen, in stressigen Situationen ruhiger zu bleiben und unsere zwischenmenschlichen Beziehungen zu verbessern.



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