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Der Raum zwischen Reiz und Reaktion - Erlebbare Selbstwirksamkeit

Aktualisiert: 22. Mai


Buch von Viktor Frankl ...trotzdem Ja zum Leben sagen

Der Raum zwischen Reiz und Reaktion ist ein Konzept, das oft mit Viktor Frankl in Verbindung gebracht wird, einem österreichischen Neurologen, Psychiater und Holocaust-Überlebenden. In seinem Buch „...trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager“ betont Frankl die Bedeutung dieses Raums und wie er genutzt werden kann, um bewusste Entscheidungen zu treffen und unsere Reaktionen auf äußere Umstände zu kontrollieren.


Der Raum zwischen Reiz und Reaktion

Der Raum zwischen Reiz und Reaktion ist der Moment, in dem wir innehalten und bewusst darüber nachdenken können, wie wir auf einen bestimmten Reiz oder eine Situation reagieren wollen. Anstatt automatisch und impulsiv zu reagieren, gibt uns dieser Raum die Möglichkeit, eine durchdachte und bewusstere Reaktion zu wählen.


Bedeutung und Nutzen dieses Raums

  1. Selbstkontrolle: Der Raum ermöglicht es uns, unsere Emotionen zu regulieren und nicht von ihnen überwältigt zu werden. Wir können unsere Impulse kontrollieren und vermeiden, unüberlegte oder schädliche Handlungen zu begehen.

  2. Bewusste Entscheidungen: Indem wir innehalten, können wir über unsere Werte und Ziele nachdenken und sicherstellen, dass unsere Reaktionen mit ihnen übereinstimmen. Dies führt zu Handlungen, die uns näher an unsere langfristigen Ziele bringen.

  3. Resilienz und Stressbewältigung: Wenn wir uns daran gewöhnen, diesen Raum zu nutzen, können wir besser mit Stress und schwierigen Situationen umgehen. Wir lernen, uns nicht von äußeren Umständen überwältigen zu lassen und stattdessen konstruktiv zu reagieren.


Praktische Anwendung

  1. Achtsamkeit: Durch Achtsamkeitspraxis können wir lernen, uns dieses Raums bewusster zu werden. Meditation und Atemübungen helfen, die Fähigkeit zu stärken, innezuhalten und unsere Gedanken und Emotionen zu beobachten, ohne sofort zu reagieren.

  2. Reflexion: Regelmäßige Selbstreflexion kann uns helfen, unsere automatischen Reaktionsmuster zu erkennen und zu hinterfragen. Tagebuchschreiben oder Gespräche mit vertrauenswürdigen Freund*innen, Therapeut*innen oder Coaches können dabei unterstützend wirken.

  3. Techniken zur Emotionsregulation: Methoden wie die kognitive Umstrukturierung, bei der wir unsere negativen Gedanken hinterfragen und durch positivere und realistischere ersetzen und auch wieder die Rückverbindung zum Körper bspw. über das ‘Traumasensible Yoga’ (TSY), können ebenfalls hilfreich sein.


Der Raum zwischen Reiz und Reaktion ist ein wertvolles Konzept, das uns hilft, ein erfüllteres und bewussteres Leben zu führen. Durch Achtsamkeit, Reflexion und Techniken zur Emotionsregulation können wir lernen, diesen Raum zu nutzen, um bessere Entscheidungen zu treffen und unsere Lebensqualität zu verbessern. Viktor Frankls Erkenntnisse zeigen uns, dass wir auch in den schwierigsten Umständen die Freiheit haben, unsere Einstellung und Reaktion zu wählen, und dass in dieser Freiheit unsere größte Kraft liegt.


In unserer 1. Podcast-Folge, in der wir die faszinierende Verbindung zwischen Trauma, 'Traumasensibler Arbeit mit Kindern' und 'Kooperativer Kommunikation' erkunden, haben wir uns u.a. diesem Thema gewidmet.

Wir gehen noch einen Schritt weiter und schauen uns die Welt als Spiegel und die subjektive eigene Wahrheit an. Wir wollen damit das Verständnis für uns selbst und für andere schaffen, und welche Chance für das (gemeinsame) Wachstum darin besteht.






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