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Selbstfürsorge für innere Stabilität als Anker für den Umgang mit traumatisierten Kindern


Ein Fels in der brandung

Der Umgang mit traumatisierten Kindern durch Fachkräfte oder als Eltern kann eine herausfordernde und belastende Aufgabe sein. Die ständige Konfrontation mit den traumatischen Erfahrungen der Kinder kann bei Fachkräften im Sozial- und Gesundheitswesen und den Eltern zu emotionaler Erschöpfung und Burnout führen. Hier möchte ich die Bedeutung von Selbstfürsorge für die innere Stabilität hervorheben und wie sie dazu beitragen kann, die Resilienz und Effektivität der Fachkräfte und Eltern im Umgang mit traumatisierten Kindern zu stärken.


Verständnis von Trauma

Bevor ich über Selbstfürsorge spreche, ist es wichtig, das Verständnis von Trauma zu klären. Traumatische Erfahrungen können das Ergebnis von Vernachlässigung, Missbrauch, Gewalt, Verlust oder anderen belastenden Ereignissen sein. Sie können das Nervensystem des Kindes überfordern und langfristige Auswirkungen auf seine psychische und emotionale Gesundheit haben.


Herausforderungen bei der Arbeit mit traumatisierten Kindern:Die Arbeit mit traumatisierten Kindern kann mit einer Vielzahl von Herausforderungen verbunden sein, darunter:

  1. Emotionale Belastung: Das Hören von schmerzhaften Geschichten und das Miterleben des Leidens der Kinder können zu starken emotionalen Reaktionen führen.

  2. Sekundäre Traumatisierung: Fachkräfte können durch die kontinuierliche Exposition gegenüber dem Trauma der Kinder selbst traumatisiert werden.

  3. Empathie-Erschöpfung: Der ständige Druck, sich in die Situation der Kinder hineinzuversetzen, kann zu einem Verlust von Empathie und Mitgefühl führen.

  4. Grenzüberschreitungen: Es kann schwierig sein, professionelle Grenzen aufrechtzuerhalten und sich nicht übermäßig in die Probleme der Kinder zu involvieren.

  5. Eigene Themen: Wenn eigene Themen nicht verarbeitet wurden, können durch die Erlebnisschilderung der Kinder diese unverarbeiteten Themen wieder ans Licht bringen.


Die Bedeutung von Selbstfürsorge

Selbstfürsorge bezieht sich auf bewusste Handlungen, die darauf abzielen, das körperliche, emotionale und psychische Wohlbefinden zu fördern. Sie ist keine egoistische Handlung, sondern eine notwendige Voraussetzung, um anderen effektiv helfen zu können.


Selbstfürsorge kann verschiedene Formen annehmen, darunter:

  1. Körperliche Selbstfürsorge: Dies umfasst gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und ausreichend Schlaf.

  2. Emotionale Selbstfürsorge: Dies beinhaltet die Anerkennung und den Ausdruck von Gefühlen, die Pflege von Beziehungen zu Freunden und Familie, sowie das Praktizieren von Achtsamkeit und Meditation.

  3. Psychische Selbstfürsorge: Dies umfasst das Setzen von Grenzen, die Vermeidung von übermäßigem Stress und die Pflege eines positiven Selbstbildes.


Praktiken der Selbstfürsorge für Fachkräfte und Eltern

Um die innere Stabilität für den Umgang mit traumatisierten Kindern aufrechtzuerhalten, sollten Fachkräfte und Eltern regelmäßig Selbstfürsorge in ihren Alltag integrieren. Dazu können gehören:

  1. Selbstreflexion: Nehmen Sie sich Zeit, um über Ihre eigenen Grenzen, Bedürfnisse und Reaktionen auf den Umgang mit traumatisierten Kindern zu reflektieren.

  2. Selbstmitgefühl: Seien Sie freundlich und mitfühlend zu sich selbst, wenn Sie mit den Herausforderungen Ihrer Arbeit konfrontiert sind. Akzeptieren Sie Ihre eigenen Grenzen und Fehler.

  3. Unterstützung suchen: Suchen Sie den Austausch mit Kollegen, Supervisoren, Therapeuten und anderen Eltern, um Unterstützung und Feedback zu erhalten.

  4. Ausgleich schaffen: Pflegen Sie Hobbys und Interessen außerhalb der Arbeit und des familiären Umfeldes, um sich zu entspannen und neue Energie zu tanken.

  5. Grenzen setzen: Lernen Sie, klare Grenzen zwischen Ihrer beruflichen und persönlichen Zeit zu ziehen, um Überlastung zu vermeiden.


Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern eine entscheidende Praxis, um die innere Stabilität aufrechtzuerhalten und langfristig effektiv helfen zu können. Indem Fachkräfte und Eltern ihre eigenen Bedürfnisse ernst nehmen und sich selbst mit derselben Fürsorge behandeln, die sie den Kindern entgegenbringen, können sie ihre Resilienz stärken und ihren Umgang nachhaltig gestalten.


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